Der Amazonas – Zerstörung eines perfekten Kreislaufs

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Der tropische Regenwald – ein Ökosystem, in dem sich Millionen von Tier- und Pflanzenarten tummeln, die teilweise bis heute nicht erforscht sind. Wertvolle Schätze, deren Wirkstoffe in der Zukunft vielleicht gegen Krankheiten wie Rheuma oder Krebs eingesetzt werden könnten. Doch Tag für Tag sterben mehr als 100 Arten für immer aus, was vor allem eine dramatische Folge der andauernden Abholzung der Regenwälder ist. Und auch jeder von uns ist betroffen, denn das Klima unseres Planeten wird auf Dauer drastisch beeinträchtigt.

Indem sie der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid entziehen und Sauerstoff abgeben, stabilisieren Regenwälder das Klima. Allein der Amazonas bindet rund zwei Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr. Wird ein solcher Wald nun abgeholzt, so steigen enorme Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre auf, das zur globalen Erwärmung beiträgt und auch als Treibhausgas bezeichnet wird. Ein Anstieg des Meeresspiegels durch das Schmelzen der Pole sowie extreme Wetterphänomene wie Dürren und Überschwemmungen sind die Folge. Experten befürchten, dass der Anteil an Kohlenstoffdioxid um 25 Prozent wachsen könnte, sobald sämtliche tropischen Regenwälder ausgerottet wurden.

Ausbeutung des Amazonas

Doch nicht nur das Klima unseres Planeten leidet unter der Abholzung. Auch die Ureinwohner, deren Vorfahren Tausende von Jahren die Schätze des Regenwaldes bewahrt haben, werden vertrieben. Zu ihnen zählen unter anderem die Pygmäen in Afrika, die Penan in Malaysia und die Awá-Indianer in Brasilien. Davon abgesehen leiden Millionen von Bauernfamilien unter der Vernichtung des Regenwaldes, da sie intakte Wälder benötigen, die als Wasserspeicher Regen- und Trockenzeiten ausgleichen.

Auch für das Volk der Tenharim dient der tropische Amazonas-Regenwald seit jeher als Heimat. Die rasante Vernichtung, die dort seit Jahren im Gange ist, sorgt dafür, dass die Welt der Ureinwohner langsam verschwindet. Während der Tenharim-Stamm früher mehr als 10.000 Menschen umfasste, sind es heute nur noch knapp 1000. Das rebellische Volk ist zwar stark geschrumpft, möchte aber dennoch nicht tatenlos dabei zusehen, wie der Amazonas ausgebeutet wird. Die Tenharim kennen sämtliche Früchte ihres Waldes, können Affen mit Pfeilen in den Bäumen erlegen, verfügen über ausgefeilte Kriegstechniken und geben von Generation zu Generation traditionsreiche Riten und Legenden weiter.

Wirft man einen Blick aus der Luft auf den Amazonas, wird schnell klar: Der Regenwald verwandelt sich von einer Naturschutz- zu einer Wirtschaftszone. Schuld daran ist nicht nur der großflächige Anbau von Soja. Auch riesige Wasserkraftprojekte sowie Weidegebiete für Rinder und Goldabbauflächen machen dem Wald Konkurrenz. Was mit dem Bau der Transamazônica – einem mehr als 4000 Kilometer langen Straßenprojekt quer durch den Urwald – begann, endet mit Brasiliens Ruf als größtem Waldvernichter der Welt.

Zerstörung eines perfekten Kreislaufs

Der Amazonas als grüne Lunge unseres Planeten schrumpft also in sich zusammen. Bereits 17 Prozent der einstigen Waldfläche wurde eingebüßt – eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Ursprüngliche Völker wie die Tenharim fürchten, dass immer mehr ihrer Nachkommen wegziehen und ihre Traditionen verloren gehen. Auch Geld ist ein großes Problem, da mit dem Einzug der Weißen in den Urwald neue unbekannte Krankheiten eingeschleppt wurden, gegen die die Tenharim nun Medizin benötigen. Konflikte sind mittlerweile an der Tagesordnung und auch von Seiten der Politik können die Amazonas-Bewohner auf wenig Unterstützung im Kampf gegen die Abholzung hoffen.

Auch der quasi perfekte Wasserkreislauf des Regenwaldes wird durch die Zerstörung aus der Bahn geworfen. Ein einziger Baum kann bis zu 1000 Liter Wasser am Tag in die Atmosphäre abgeben und das Wasser im Wald zirkuliert ständig. Durch die Abholzung fließt dieses Wasser einfach ab oder versickert nutzlos im Boden, anstatt in einem Kreislauf wiederverwertet zu werden. Dies bedeutet: keine Bildung neuer Wolken, die Regen bringen könnten. Lange Dürreperioden und ausgetrocknete Flüsse drohen zu entstehen.

Dabei präsentiert sich der Regenwald in seinem unberührten Zustand von einer geradezu paradiesischen Seite. Da es in den Tropen das ganze Jahr über heiß und feucht ist, verlieren die Laubbäume nicht wie in unseren Gefilden vollständig ihre Blätterpracht, sondern leuchten immer in einem saftigen Grün. Wird der Wald abgeholzt, verliert der Boden extrem schnell seine Fruchtbarkeit. Die dünne nährstoffreiche Erdschicht wird durch den vielen Regen geradezu weggeschwemmt, sobald der Schutz durch das dichte Blätterdach nicht mehr gegeben ist. Daher ist es kaum möglich, große kahle Flächen erneut mit Regenwald zu bepflanzen. Ein unwiederbringlicher Verlust, handelt es sich doch einen der spannendsten und artenreichsten Lebensräume unserer Erde.

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Tia Gerny

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[Überarbeitet und aktualisiert - Oktober 2019]
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